All on 5 Implantatbehandlung

all on 5 implantatbehandlung

Die All on 5 Implantatbehandlung ist ein Rehabilitationsansatz, der darauf abzielt, einen zahnlosen Kiefer (oben, unten oder beides) mit einer festen Restauration auf 5 Implantaten wieder funktional zu machen. Sie basiert auf dem gleichen Konzept wie All on 4 – einem „festsitzenden Vollkieferzahn“ – der Unterschied liegt dabei in der Erhöhung der Anzahl der tragenden Implantate, was eine ausgewogenere Lastverteilung ermöglicht. In der klinischen Praxis wird das fünfte Implantat manchmal genau in der Mitte und manchmal an einer strategischen Stelle platziert, um den hinteren Stützbereich zu erweitern. Dieser scheinbar kleine Unterschied kann besonders in den hinteren Bereichen mit hohen Kaukräften die Länge des Prothesenansatzes reduzieren. Durch die Verkürzung des Ansatzes verringert sich der Hebeleffekt, was bei der Kontrolle von Problemen wie Schraubenlockerung, Materialbruch oder Implantatumgebungsstress hilfreich ist.

Die Planung erfolgt nicht aus dem Bauch heraus. Mit der dreidimensionalen Bildgebung (CBCT) werden Knochenhöhe und -breite auf Millimeterebene gemessen; anatomische Grenzen wie die Kiefernhöhle und der Nasenboden im Oberkiefer sowie der Unterkiefernkanal und das Foramen mentale im Unterkiefer werden klar definiert. Der Winkel und Abstand der Implantate sowie der Verbindungsplan der Prothese (z. B. Verschraubung) werden gemeinsam bedacht. Denn selbst eine Positionsabweichung von 1–2 mm kann bei Vollkieferrestaurationen die Reinigungsmöglichkeit unter der Prothese, die phonologische Übereinstimmung und den Okklusionsstatus entscheidend verändern.

Die Erwartungen des Patienten an diese Behandlung sind meist klar: Die Prothese soll fest sitzen, Vertrauen beim Essen schenken und beim Sprechen Komfort bieten. Für Personen, die bisher mit einer wackelnden Totalprothese leben, bedeutet eine feste Brücke eine deutliche Steigerung des Wohlbefindens. Dennoch muss ehrlich gesagt werden: All on 5 ist kein Verfahren, das universell anwendbar ist oder in jedem Kiefer die gleichen Ergebnisse liefert. Faktoren wie Knochenvolumen, Qualität des Weichgewebes, Hygienefähigkeit, Rauchen, Diabetes-Regulation und das Zähneknirschen beeinflussen die Eignung. Daher sind eine sorgfältige Patientenauswahl und ein passendes prothetisches Design entscheidender als die bloße Anzahl der Implantate.

Was ist die All on 5 Implantatbehandlung?

Die All on 5 Implantatbehandlung ist ein Behandlungskonzept, bei dem eine feste Prothese in einem zahnlosen Kiefer von fünf Implantaten getragen wird. Das Ziel dieses Konzepts ist es, durch die Erhöhung der Implantatanzahl die Kräfte auf eine größere Fläche zu verteilen und die Stützkapazität der Prothese im hinteren Bereich zu verbessern. Bei Vollkieferfestrestaurationen steigen die Kaubelastungen im hinteren Bereich deutlich an; die kontrollierte Übertragung dieser Kräfte ist für die langfristige Stabilität von großer Bedeutung.

Die Positionierung der fünf Implantate variiert je nach Kieferanatomie. Implantate im vorderen Bereich werden eher gerade und die im hinteren Bereich in einem Winkel eingesetzt. In manchen Fällen bietet das fünfte Implantat im „mittleren“ Bereich der Prothese Halt, was die Biegung des Prothesenkörpers reduziert; in anderen Fällen wird eine strategische Position gewählt, um die hintere Verlängerung zu verkürzen. Diese Details werden gemeinsam mit CBCT-Messungen und prothetischer Planung festgelegt.

Bei geeigneten Fällen kann frühzeitig ein temporärer fester Zahnersatz mit All on 5 geplant werden. Das Hauptkriterium hierfür ist die Primärstabilität der Implantate. Ist die Stabilität unzureichend, müssen die Implantate vor frühzeitiger Belastung geschützt werden; das Ziel der festen Prothese bleibt dabei erhalten, jedoch wird das Timing kontrollierter gestaltet.

Wie wird die All on 5 Implantatbehandlung durchgeführt?

Der erste Schritt ist die Untersuchung und Bildgebung. Bei der klinischen Untersuchung werden das Weichgewebe, der Zustand eventuell vorhandener Restzähne, die Okklusionsverhältnisse, die Mundöffnung, Abdrücke der bestehenden Prothese und Beschwerden im Kiefergelenk bewertet. Radiologisch liefert eine Panoramaaufnahme eine erste Orientierung; bei umfangreichen Vollkieferplanungen spielt die CBCT oft eine entscheidende Rolle. Denn Winkel, Positionen der Implantate und Abstände zu anatomischen Strukturen müssen millimetergenau kontrolliert werden.

Im chirurgischen Schritt werden, falls notwendig, Zähne entfernt und die Implantate eingesetzt. Danach wird die Primärstabilität geprüft. Ist diese ausreichend, ist in manchen Fällen noch am selben Tag oder kurze Zeit später die Versorgung mit einem temporären festen Zahnersatz möglich. Dieser temporäre Zahnersatz verbessert die Ästhetik und das soziale Wohlbefinden des Patienten; in der Anfangsphase sollte das Kauverhalten jedoch kontrolliert erfolgen. Das „Testen“ mit harten Nahrungsmitteln ist in der frühen Phase nicht empfehlenswert, da das Ziel zunächst eine stabile Einheilung ist.

Im prothetischen Schritt erfolgen Abdrücke, Maßnahmen zur Herstellung der definitiven prothetischen Versorgung und die endgültige Versorgung erfolgen gemäß der Planung.

Abdrucknahme, Kieferrelationsaufzeichnung und Probeanpassungen

Bei vollständigen Kieferarbeiten sind die vertikale Dimension (Bisshöhe) und phonetische Kontrollen von großer Bedeutung; wenn Schwierigkeiten bei den Lauten „s“ und „f“ auftreten, wird die Zahnstellung und Lippenunterstützung neu bewertet. Die finale Prothese wird sorgfältig auf den Biss eingestellt. Beim All-on-5-Konzept ist die Bissordnung ein praktisches Detail, das die Lebensdauer von Implantaten und Prothese bestimmt.

Wer ist für die All-on-5 Implantatbehandlung geeignet?

Die Eignung für All-on-5 wird anhand des Knochensubstanzvolumens und des allgemeinen Gesundheitszustands beurteilt, um einen sicheren chirurgischen Eingriff und Heilung zu gewährleisten. Mit CBCT werden die Knochenhöhe und -breite gemessen; anatomische Grenzen wie der Sinusboden im Oberkiefer und der Mandibularkanal im Unterkiefer werden klar definiert. Bei sehr dünnem Knochen, schlechter Weichgewebequalität oder mangelnder Mundhygiene können sicherere Alternativen zu einer festen Versorgung in Betracht gezogen werden.

Chronische Erkrankungen unter Kontrolle sind meist handhabbar. Bei schlecht eingestelltem Diabetes erhöht sich das Risiko für eine verzögerte Heilung. Rauchen kann die Heilung des Weichgewebes und die Gesundheit des periimplantären Gewebes negativ beeinflussen, was insbesondere bei kompletten Kieferchirurgien deutlicher sichtbar wird. Bei Bruxismus wird das Prothesendesign und die Bisseinstellung besonders sorgfältig vorgenommen; die Empfehlung einer Aufbissschiene ist häufig.

Auch die Hygienefähigkeit und manuelle Geschicklichkeit beeinflussen die Eignung. Die Unterseite der festsitzenden Prothese muss mit speziellen Zahnseiden, Interdentalbürsten und meist mit einer Munddusche gereinigt werden. Patienten, die diese Routine nicht durchführen können, sollten über alternative, leichter zu reinigende Lösungen informiert werden.

Worauf ist vor der All-on-5 Implantatbehandlung zu achten?

Vor der Behandlung werden Infektionsherde im Mund beurteilt. Zähne, die extrahiert werden müssen, Abszessherde und Weichgewebeprobleme werden geplant. Falls eine vorhandene Prothese benutzt werden soll, muss vorab geklärt werden, wie sie nach der Operation genutzt wird und ob sie Druck auf das Gewebe ausübt.

Ein Beginn der All-on-5-Behandlung ohne CBCT-Planung ist nicht ratsam. Position und Winkel der Implantate werden unter Berücksichtigung anatomischer Grenzen genau bestimmt. Die aktuell eingenommenen Medikamente, allergische Reaktionen, blutverdünnende Präparate und systemische Erkrankungen werden detailliert besprochen; bei Bedarf erfolgt eine Konsultation mit Fachärzten.

Bei Rauchern sollte vor der Operation das Ziel der Reduktion oder der Pause klar definiert werden. Für die ersten 48–72 Stunden nach der Operation ist eine Ruheplanung wichtig, um den Heilungsverlauf zu optimieren. Die zuvor bereitgestellten Hygienehilfsmittel (Zahnseide, Interdentalbürsten, Munddusche) erleichtern die Nachbehandlung.

Worauf ist nach der All-on-5 Implantatbehandlung zu achten?

In den ersten Tagen können Schwellungen und Empfindlichkeiten auftreten. Die vom Arzt verordneten Medikamente und Pflegehinweise müssen regelmäßig befolgt werden. Bei zunehmenden Schmerzen, unangenehmem Geruch, Ausfluss, Fieber oder unkontrollierbaren Blutungen sollte die Klinik informiert werden. Die Ernährung sollte weich und warm sein; harte oder körnige Speisen sollten frühestens später konsumiert werden. Bei vorübergehenden festsitzenden Prothesen muss das Kauen besonders in den ersten Wochen kontrolliert erfolgen.

Hygiene ist eine kritische Komponente bei All-on-5. Die Prothesenunterseite wird mit speziellen Zahnseiden, Interdentalbürsten und meist mit der Munddusche gereinigt. Plaqueansammlungen können schnell zu Blutungen und Ödemen im periimplantären Bereich führen. Rauchen beeinträchtigt die Heilung negativ; eine Pause oder Reduktion verbessert den klinischen Verlauf.

Kontrolltermine sind wichtig, um die Bisseinstellung und die Verschraubungen zu überprüfen. Bei Komplettkieferversorgungen kann schon eine kleine Veränderung der Bisshöhe langfristig zu Materialbrüchen oder Lockerung der Schrauben führen; daher sollten Kontrolltermine nicht verpasst werden.

In welchen Situationen wird die All-on-5 Implantatbehandlung angewendet?

All-on-5 wird hauptsächlich bei zahnlosen Kiefern mit dem Ziel einer festsitzenden Prothese eingesetzt. Patienten mit Totalprothesen, die unter Lockerung, Druckstellen oder Klebebedarf leiden, profitieren erheblich von diesem Verfahren. In manchen Fällen wird All-on-5 dem All-on-4 vorgezogen, da ein zusätzlicher Implantatpunkt die Lastverteilung verbessert und die hintere Brücke verkürzt.

Warum wird die All-on-5 Implantatbehandlung durchgeführt?

Diese Behandlung wird durchgeführt, um die Stabilität und die Kaufunktion zu verbessern. Mit einer lockeren Prothese zu essen, zu sprechen oder zu lachen, führt bei den meisten Patienten zu einem erheblichen Verlust des Selbstvertrauens. Eine festsitzende Restauration kann den Alltag deutlich erleichtern.

Der Einsatz von 5 Implantaten kann in einigen Fällen helfen, die Kräfte auf eine größere Fläche zu verteilen und somit die mechanische Belastung der Prothese zu reduzieren. Besonders wenn im hinteren Bereich eine hohe Stützbedarf besteht, kann ein zusätzlicher Implantatplan für ein sichereres Belastungsmanagement sorgen. Diese Entscheidung sollte jedoch nicht nach dem Motto „je mehr Implantate, desto besser“ getroffen werden, sondern basierend auf den Knochenverhältnissen und dem Prothesendesign.

Wie lange dauert die All-on-5 Implantatbehandlung?

Die Dauer umfasst die Planungsphase, die chirurgische Behandlung, eine temporäre Prothese je nach Stabilität der Implantate, die biologische Heilung und die endgültige Prothese. In der ersten Phase erfolgt die Untersuchung und Planung mit CBCT. Sollte unmittelbar nach der Operation eine ausreichende Primärstabilität vorliegen, kann noch am selben Tag oder kurzfristig eine temporäre festsitzende Zahnversorgung geplant werden. Ist die Stabilität nicht ausreichend, werden die Implantate vor Belastung geschützt und zur Heilung belassen, sodass die endgültige Prothese zu einem kontrollierten späteren Zeitpunkt angefertigt wird.

Die endgültige Prothesenphase beinhaltet Abdrucknahmen, Probenahmetermine, phonetische Kontrollen und die Einstellung des Bisses. Die genaue Dauer wird nach der Untersuchung individuell festgelegt, abhängig von der Knochenqualität, dem Bedarf an zusätzlichen chirurgischen Maßnahmen und dem gewählten Prothesendesign.

Preise für die All-on-5 Implantatbehandlung

Die Kosten der All-on-5 Implantatbehandlung variieren je nach Anzahl der zu behandelnden Kiefer, den zu verwendenden Implantaten und Verbindungssystemen, den Materialien für temporäre und endgültige Prothesen, Bildgebung und Laborprozessen sowie eventuell nötigen zusätzlichen Eingriffen wie Zahnextraktionen und Weichgewebe-Management. Deshalb ist es vor einer Untersuchung nicht möglich, einen verbindlichen Preis zu nennen.

Für aktuelle und individuelle Informationen zu den Preisen der All-on-5 Implantatbehandlung kontaktieren Sie uns bitte. Nach der Untersuchung erstellen wir einen auf Sie abgestimmten Behandlungsplan und teilen Ihnen die erforderlichen Maßnahmen sowie die daraus resultierenden Kosten transparent mit.

Prof. Dr. Nejat Bora Sayan
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Professor Nejat Bora Sayan ist ein international renommierter Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg mit über 40 Jahren Erfahrung. In seiner Privatklinik in Ankara bietet er fortschrittliche Behandlungen im Bereich des Kiefers und des Gesichts an.

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