All on 6 Implantatbehandlung

all on 6 implantatbehandlung

Die All on 6 Implantatbehandlung ist ein umfassender Therapieansatz, der darauf abzielt, einen Kiefer—oben, unten oder beide—mit fehlenden Zähnen (oder Zähnen, die langfristig nicht erhalten bleiben können) durch eine feste Restauration auf sechs Implantaten neu aufzubauen. Bei Patienten, die feste Zähne für den gesamten Kiefer benötigen, wird durch die Erhöhung der Implantatzahl oft eine ausgewogenere Kraftverteilung angestrebt, um Kaukräfte im hinteren Bereich sicherer abzuleiten und die mechanische Belastung der Prothese zu reduzieren. Ob All on 6 die beste Lösung ist, wird jedoch nicht nach dem Prinzip „mehr Implantate sind besser“ entschieden, sondern unter Berücksichtigung der individuellen Knochenmasse, des okklusalen Verhältnisses, des Knirschverhaltens, der Hygienefähigkeiten und der Erwartungen des Patienten.

Das kritischste Element dieser Behandlung ist, dass sie nicht nur aus chirurgischer Sicht betrachtet wird. Selbst wenn die Implantate in korrektem Winkel und Position eingesetzt werden, kann der Patientenkomfort nicht das gewünschte Niveau erreichen, wenn die Reinigung unter der Prothese, die Lippenstütze, die phonologische Anpassung (insbesondere der „s“- und „f“-Laute), der Bisshöhenverlauf (vertikale Dimension) und die Okklusionsanpassung nicht optimal erfolgen. Daher werden bei der Planung von All on 6 sowohl chirurgische als auch prothetische Schritte als „ein Paket“ betrachtet. Besonders bei Patienten, die lange eine Vollprothese getragen haben, kann sich die Kieferrelation verändert und Einbrüche im unteren Drittel des Gesichts entwickelt haben; eine korrekte Wiederherstellung der vertikalen Dimension ist sowohl für die Ästhetik als auch für den Kiefergelenkkomfort essenziell.

Die Planung erfolgt meist mit dreidimensionaler Bildgebung (CBCT). Anatomische Grenzen wie die Kieferhöhlen- und Nasenboden im Oberkiefer sowie der Nervkanal und das Foramen mentale im Unterkiefer werden millimetergenau beurteilt. Die vorder- und rückseitige Verteilung der Implantate (A-P Spread), die Länge der hinteren Ausdehnung der Prothese sowie die Verteilung der Kräfte sind bei All on 6 von entscheidender Bedeutung. Ein breiter implantatgestützter Abstand kann in manchen Fällen helfen, die hintere Ausdehnung zu verkürzen; durch die Verkürzung der Ausdehnung verringert sich der Hebeleffekt, und die Handhabung langfristiger mechanischer Probleme (wie Schraubenlockerung, Acrylbruch oder Porzellanrisse) wird erleichtert.

Die Ziele, die sich im Alltag des Patienten widerspiegeln, sind eindeutig: eine bequemere Kaufunktion, Sicherheit beim Sprechen, eine stabile Prothese ohne Bewegung und ein System, das durch regelmäßige Pflege langfristig stabil bleibt. Diese Ziele erfordern jedoch auch Disziplin seitens des Patienten. Die Reinigung fester Vollkieferrestaurationen kann mehr „Spezialinstrumente“ als natürliche Zähne erfordern: geeignete Interdentalbürsten, Implantatseide und bei den meisten Patienten eine unterstützende Munddusche sind Teil der Routine. Kurz gesagt, All on 6 ist eine starke Lösung bei korrekter Planung und guter Pflege, jedoch nicht automatisch die beste Option für jeden Patienten.

Was ist die All on 6 Implantatbehandlung?

Die All on 6 Implantatbehandlung ist ein Rehabilitationskonzept, bei dem eine festsitzende Vollkiefer-Restauration auf sechs Implantaten in einem Kiefer (oberer oder unterer Kiefer) getragen wird. Die Implantate dienen als „Stützen“, und die darauf geplante feste Brücke oder Prothese stellt das Gebiss und die Kaufunktion des Patienten wieder her. Das Hauptziel besteht darin, Patienten mit zahnlosem Kiefer oder mit stark beschädigten Zähnen, die entfernt werden müssen, ein stabileres System zu bieten und die Nachteile herausnehmbarer Vollprothesen zu reduzieren.

Die klinische Logik dieses Konzepts beruht auf einer ausgewogeneren Kraftverteilung. Kaukräfte sind besonders im hinteren Bereich erhöht; wenn die hintere Ausdehnung einer festen Vollkiefer-Restauration nicht optimal gestaltet ist, kann sich der Hebeleffekt verstärken. Durch sechs Implantate wird eine breitere Stützlinie geschaffen, sodass in einigen Fällen die hintere Ausdehnung verkürzt oder die Kräfte kontrollierter verteilt werden können. Dies bietet langfristig Vorteile bei der Vermeidung von Schraubenlockerungen, Bruch des Suprastrukturmaterials und Stressmanagement im Implantatumfeld. Dennoch wird dieser Vorteil nur durch korrekte Okklusionsanpassung und Materialauswahl erreicht.

Die Festsitzendheit von All on 6 bedeutet, dass der Patient die Prothese nicht täglich herausnehmen muss. Dies stellt für viele Patienten eine psychologische und soziale Komfortsteigerung dar. Allerdings entbindet die feste Verankerung nicht von der Reinigungsverantwortung; im Gegenteil, die Unterseite der Prothese muss gereinigt werden, und die Hygieneanleitung sowie die nachhaltige Umsetzung sind entscheidend.

Ein Pflegeprotokoll einführen ist unerlässlich. Wenn die Reinigung nicht durchgeführt wird, kann es zu Problemen wie Blutungen, Geruch, Schwellungen und mit der Zeit Knochenverlust rund um das Implantat kommen.Die Behandlung als „Zahn am selben Tag“ anzubieten, ist in einigen Fällen möglich; jedoch gibt es dafür keine Garantie bei jedem Patienten. Das Hauptkriterium für eine Sofort- oder frühzeitige provisorische feste Versorgung ist die primäre Stabilität der Implantate (der bei der Einsetzung erzielte Halt). Ist die Stabilität nicht ausreichend, ist es sicherer, die Implantate vor Belastung zu schützen. Deshalb wird bei All-on-6, obwohl ein festes Ziel besteht, das Timing individuell an den Patienten angepasst.

Wie wird die All-on-6-Implantatbehandlung durchgeführt?

Die All-on-6-Behandlung ist meist ein geplanter Prozess, der aus mehreren Phasen besteht: Untersuchung – Planung, Chirurgie, provisorische Restauration (falls vorgesehen), Heilung und die endgültige Prothese. Im ersten Schritt wird eine orale Untersuchung durchgeführt; hierbei werden das Weichgewebe, die Prognose eventuell verbliebener Zähne, Infektionsherde, die Kieferrelation, Mundöffnung und Beschwerden der Kiefergelenke bewertet. Bei umfassender zahnärztlicher Rehabilitation wird der „Verschluss“ von Anfang an betrachtet, denn bei lange zahnlosen Patienten kann die Bisshöhe reduziert sein, was das Gesichtsästhetik und den Muskel-Gelenk-Komfort beeinflusst.

Zur Bildgebung kann eine Panoramaröntgenaufnahme als Ausgangspunkt dienen; jedoch ist in den meisten klinischen All-on-6-Szenarien eine dreidimensionale Messung mittels CBCT erforderlich. Mithilfe dieser Messung werden die Höhe und Breite des Knochens bestimmt; im Oberkiefer werden sichere Abstände zu Strukturen wie der Kieferhöhlenbasis und der Nasenboden, im Unterkiefer zum Nervkanal und Foramen mentale eingeplant. Die vordere-hintere Verteilung der Implantate, deren Abstand zueinander und mögliche Winkelungen werden festgelegt. Falls notwendig, kann mit einem chirurgischen Bohrschablone (Guide) die Vorhersagbarkeit der Planung verbessert werden.

Im chirurgischen Schritt werden bei Bedarf Zähne extrahiert und entweder unmittelbar in derselben Sitzung Implantate eingesetzt oder je nach Zustand des Gewebes in mehreren Schritten vorgegangen. Beim Einsetzen der Implantate wird eine kontrollierte Bohrung und Kühlung durchgeführt, um eine Überhitzung des Knochens zu vermeiden. Nach der Bewertung der primären Stabilität der Implantate kann in geeigneten Fällen am selben Tag oder kurzfristig eine provisorische feste Prothese geplant werden. Diese provisorische Prothese bietet Ästhetik und Funktion; jedoch besteht das Ziel in der Anfangsphase nicht darin, die Implantate zu belasten, sondern die Funktion zu schützen. Deshalb wird dem Patienten meist eine weiche Kost, eine beidseitig kontrollierte Kauweise und das Vermeiden von harten Nahrungsmitteln empfohlen.

Im prothetischen Stadium werden Abdrücke genommen, Kieferrelationsaufnahmen gemacht und Probephasen durchgeführt. Bei vollständigen Kieferarbeiten sind phonetische Kontrollen kritisch; hierbei wird die Relation der Zähne zu Lippen und Zunge angepasst. Bei der Übergabe der endgültigen Restauration wird der Verschluss millimetergenau eingestellt; Implantate können sich im Gegensatz zum natürlichen Zahn nicht durch das parodontale Ligament bewegen. Ein „zu hoher Verschluss“ kann bei Implantatprothesen schneller Probleme verursachen. Der letzte Schritt ist eine Beratung zur Pflege und ein regelmäßiges Kontrollprogramm. Der langfristige Erfolg von All-on-6 wird durch diese Nachsorge gestärkt.

Wer ist geeignet für die All-on-6-Implantatbehandlung?

Die Eignung für All-on-6 ist nicht nur durch das „Zahnlossein“ definiert. Die Bewertung der Eignung basiert auf drei Hauptaspekten: Knochen- und Gewebebedingungen, systemische Gesundheit und die Fähigkeit des Patienten zur Pflege. Auf der Knochenseite wird mittels CBCT gemessen. Im Oberkiefer bestimmen die Kieferhöhlenbasis und der Nasenboden, im Unterkiefer der Nervkanal und das Foramen mentale die Implantatposition. Wenn das Knochenvolumen ausreichend und eine sichere Implantatsetzung möglich ist, kann die All-on-6-Planung leichter gestaltet werden. Bei fortgeschrittenem Knochenabbau können Knochenaufbau, Maßnahmen im Sinusbereich oder andere Prothesendesigns (z.B. herausnehmbare implantatgetragene Prothese anstelle einer festen) in Betracht gezogen werden.

Bezüglich der systemischen Gesundheit stellen kontrollierte chronische Erkrankungen oft kein Hindernis dar; jedoch verändern unkontrollierter Diabetes, immunsuppressive Therapien, bestimmte Knochenstoffwechselmedikamente sowie eine Vorgeschichte mit Bestrahlung im Kieferbereich die Risikobewertung. Deshalb sollte der Patient seine regelmäßigen Medikamente und medizinische Vorgeschichte vollständig mitteilen. Bei Bedarf wird in Absprache mit dem behandelnden Arzt das chirurgische Protokoll sicherer gestaltet.

Rauchen beeinträchtigt die Gesundheit des periimplantären Weichgewebes und die Heilung, deshalb wird eine Raucherentwöhnung empfohlen.

All on 6 Implantatbehandlung – Worauf Vorher Achten?

Die Vorbereitung vor All on 6 ist eine Phase, die den Erfolg der Behandlung direkt beeinflusst. Zunächst sollten aktive Infektionen im Mund bewertet werden. Zähne, die gezogen werden müssen, Parodontalerkrankungen, Abszessherde und Weichgewebsläsionen sollten vor der Planung der Implantatchirurgie nicht übersehen werden. Besonders bei der vollständigen Kieferrehabilitation ist die Infektionskontrolle sowohl für die Qualität der Heilung als auch für die Gesundheit der Gewebe um das Implantat entscheidend.

Im Bereich der radiologischen Planung ist häufig die Vermessung des Knochens mittels CBCT erforderlich. Mit dieser Bildgebung werden die Knochenhöhe und -breite millimetergenau bestimmt und anatomische Grenzen klar definiert. Im Oberkiefer werden beispielsweise die Sinusbasis und die Nasenbasis, im Unterkiefer der Nervkanal (Canalis mandibulae) berücksichtigt, um einen sicheren Abstand zu planen. Nachdem die Bereiche für die Implantate festgelegt sind, wird gleichzeitig das Prothesendesign geplant: Position der Zähne, Lippenstütze, Lachlinie, Phonetik und Bisshöhe. Daher ist die Haltung „Wir setzen nur die Implantate und schauen dann weiter“ bei Komplettkieferarbeiten riskant.

Die medizinische Vorbereitung muss ebenfalls vollständig erfolgen. Informationen über blutverdünnende Medikamente, Diabetesbehandlung, Blutdruckmedikamente, Allergiehistorie oder vorangegangene chirurgische Komplikationen sollten dem Arzt mitgeteilt werden. Gegebenenfalls erfolgt eine Absprache mit dem Facharzt, um Medikamentenanpassungen oder das Protokoll am Behandlungstag zu planen. Außerdem sollte der Patient in den ersten 48–72 Stunden nach der Operation Zeit einplanen; intensive körperliche Belastung, längere Fahrten oder Schlafmangel mindern nämlich den Heilungskomfort.

Falls Rauchen vorliegt, ist es wichtig, vor dem Eingriff eine Reduktion oder Pause anzustreben. Denn in der Frühphase der Heilung sind die Durchblutung des Weichgewebes und die Wundheilung empfindlicher. Ebenso sollte die Ernährung im Voraus geplant werden; eine weiche Diät, ausreichende Proteinzufuhr und genügend Flüssigkeitsaufnahme unterstützen die Heilung. Schließlich erleichtert es die schnelle Anpassung an die Nachbehandlung, wenn der Patient die zu Hause verwendeten Hygienemittel (Implantatseide, Interdentalbürsten, Munddusche usw.) rechtzeitig besorgt.

Worauf Nach der All on 6 Implantatbehandlung Achten?

Die Zeit nach der All on 6 Chirurgie ist entscheidend, um den Einheilungsprozess der Implantate im Knochen (Osseointegration) sicher zu durchlaufen und eine gesunde Heilung des Weichgewebes zu gewährleisten. In den ersten Tagen kann es zu Schwellungen, Sensibilität und gelegentlich zu Blutergüssen kommen. Die vom Arzt verschriebenen Medikamente und Pflegetipps sollten gewissenhaft befolgt werden. Wenn innerhalb der ersten 24–72 Stunden zunehmende starke Schmerzen, übler Geruch, Ausfluss, Fieber oder unkontrollierbare Blutungen auftreten, sollte unverzüglich die Klinik informiert werden. Diese Symptome bedeuten nicht immer ein ernsthaftes Problem, aber gerade bei vollständigen Kieferbehandlungen ermöglicht eine frühe Untersuchung, Komplikationen rechtzeitig zu kontrollieren.

Die Ernährung spielt vor allem bei Patienten mit vorübergehend fester Prothese eine große Rolle. Die provisorischen festen Zähne bieten zwar Komfort, aber zu früh dürfen die Implantate nicht zu stark belastet werden. Harte, schalenartige Lebensmittel, sehr klebrige Speisen und einseitiges übermäßiges Kauen können in der frühen Phase mechanischen Stress verursachen. In der Regel werden weiche, lauwarme Speisen, kleine Bissen und gleichmäßiges Kauen auf beiden Seiten empfohlen. Die korrekte Anleitung dazu erfolgt jedoch stets nach Ihrem individuellen Behandlungsplan durch den behandelnden Arzt.

Die Mundhygiene ist dabei ebenso…

Der langfristige Erfolg von All on 6

Der Unterteil der festen Restaurationen kann allein mit einer klassischen Zahnbürste möglicherweise nicht ausreichend gereinigt werden. Daher werden Implantatfäden, Interdentalbürsten und bei den meisten Patienten die Verwendung einer Munddusche zur Routine. In den ersten Wochen sollten wegen der Empfindlichkeit des Weichgewebes die Reinigungsmethoden schonend und mit dem richtigen Winkel angewendet werden. Plaqueansammlungen können rund um das Implantat schnell zu Blutungen und Schwellungen führen; dies kann sich beim Patienten durch „Geruch“ und „Stechen“ bemerkbar machen.

Das Rauchen kann die Heilung negativ beeinflussen; es empfiehlt sich, in der frühen Phase eine Pause einzulegen oder den Konsum deutlich zu reduzieren, um die Gewebeheilung zu unterstützen. Bei Patienten mit Bruxismus (Zähneknirschen) sollte die Empfehlung einer nächtlichen Aufbissschiene ernst genommen werden, da Vollkieferrestaurationen hohen Kräften ausgesetzt sein können. Kontrolltermine dürfen nicht vernachlässigt werden: Fadenzug, Weichgewebsbewertung, Okklusionsanpassung, Schraubenkontrolle und Hygieneinstruktionen werden bei diesen Kontrolluntersuchungen durchgeführt. All on 6 ist keine „abgeschlossene Angelegenheit“, sondern ein System, das durch regelmäßige Pflege und Nachsorge über viele Jahre stabil bleiben soll.

In welchen Fällen wird die All on 6 Implantatbehandlung angewendet?

All on 6 wird am häufigsten bei zahnlosen Kiefern oder bei Patienten eingesetzt, deren vorhandene Zähne stark geschädigt sind und entfernt werden müssen. Besonders bei Patienten, die seit langer Zeit eine Vollprothese tragen und Beschwerden haben wie bewegliche Prothese, Druckstellen, Bewegungen beim Essen oder das Gefühl, dass die Prothese beim Sprechen herausfallen könnte, entsteht der Bedarf an einer festen Lösung. Auch bei Patienten, die versuchen, mit Haftcremes den Tag zu überbrücken, ist dieser Bedarf oft vorhanden; denn Haftcremes bieten zwar kurzfristig Hilfe, gewährleisten aber meist keine echte Stabilität.

In einigen klinischen Szenarien, in denen All on 6 bevorzugt wird, ist das Ziel, durch eine breitere Implantatverteilung im posterioren Bereich eine kontrollierte Unterstützung zu erreichen. Da die Kaubelastung im hinteren Kieferbereich steigt, gewinnen die anteroposteriore Verteilung der Implantate und die Länge der posterioren Erweiterung der Prothese an Bedeutung. Sechs Implantate können bei manchen Patienten zur Verkürzung der prothetischen Ausdehnung beitragen und eine ausgewogenere Kraftverteilung bewirken. Dies kann besonders bei Patienten mit starken Kaugewohnheiten oder Bruxismus helfen, mechanische Risiken zu steuern; allerdings eliminiert die Implantatanzahl allein dieses Risiko nicht, da auch Okklusionsanpassung und Materialauswahl ebenso wichtig sind.

Bei Patienten mit unzureichendem Knochenvolumen ist All on 6 möglicherweise nicht direkt möglich oder es sind Zusatzmaßnahmen erforderlich. Die Nähe zum Sinusboden im Oberkiefer und zum Nervkanal im Unterkiefer schränkt die Implantatplatzierung ein. Daher wird die Anwendung erst nach CBCT-Messungen und klinischer Untersuchung entschieden. Bei einigen Patienten könnte statt einer festen Restauration eine herausnehmbare implantatgetragene Prothese die bessere Wahl sein, insbesondere wenn ein hoher Lippenunterstützungsbedarf, empfindliches Weichgewebe oder der Wunsch nach leichterer Reinigung besteht; hier kann das herausnehmbare Design Vorteile bieten.

Zusammenfassend ist All on 6 bei richtiger Indikation eine leistungsstarke Lösung hinsichtlich Funktion und Komfort; jedoch ist es kein „automatisches“ Verfahren für jeden zahnlosen Kiefer. Die Eignung wird nicht allein durch das Ausmaß der Beschwerden bestimmt, sondern durch die Gesamteinschätzung von Knochen, Gewebe und Risikofaktoren.

Warum wird die All on 6 Implantatbehandlung durchgeführt?

Die All on 6 Implantatbehandlung wird grundsätzlich durchgeführt, um die Kaueffizienz, den Sprechkomfort und das soziale Selbstbewusstsein des Patienten zu verbessern. Das Leben mit Zahnlosigkeit oder einer beweglichen Prothese bedeutet nicht nur Schwierigkeiten beim Essen; Betroffene meiden mit der Zeit harte Lebensmittel, kauen einseitig, sind unsicher beim Aussprechen bestimmter Wörter und fürchten beim Lachen, dass sich die Prothese bewegt. All on 6 zielt mit seiner festen Versorgungsstrategie darauf ab, diese täglichen Sorgen zu vermindern.

Ein weiterer wichtiger Grund ist, dass die Vollkieferrehabilitation mit der Gesichtsästhetik und dem Kiefergelenkskomfort zusammenhängt. Bei langzeitiger Zahnlosigkeit kann die Bisshöhe abnehmen; das untere Drittel des Gesichts verkürzt sich, die Lippenstütze nimmt ab und es entsteht ein „eingefallenes“ Erscheinungsbild. Eine korrekt geplante Vollkieferrestauration kann die vertikale Dimension neu einstellen und sowohl die Ästhetik als auch das Muskel-Gelenk-Gleichgewicht verbessern.

Bei der Planung von All on 6 geht es nicht nur darum, die Zähne anzuordnen, sondern vor allem darum, die Kieferbeziehung korrekt herzustellen.Ein weiterer Grund für die bevorzugte Anwendung von All on 6 ist das kontrolliertere Management der Lastverteilung in bestimmten Fällen. Wenn mit 6 Implantaten eine breitere Stützlinie geschaffen werden kann, lässt sich die hintere Verlängerung der Prothese in manchen Situationen verkürzen und die Kräfte verteilen sich gleichmäßiger. Dies kann dazu beitragen, das Risiko mechanischer Komplikationen wie Schraubenlockerungen oder Brüche der suprastrukturellen Aufbauten zu vermindern. Ein entscheidender Punkt hierbei ist jedoch: Dieser Vorteil wird erst dann sinnvoll, wenn die Okklusion korrekt eingestellt ist. Implantate weisen im Gegensatz zu natürlichen Zähnen keine Elastizität; daher kann schon eine millimetergenaue „Höhenabweichung“ im Zeitverlauf Probleme auslösen.Schließlich wird All on 6 aus dem Grund durchgeführt, dass die Behandlung nachhaltig ist. Das Ziel ist es, dem Patienten ein „pflegeleichtes, kontrollierbares und stabiles System“ anzubieten. Bei Patienten, die eine feste Versorgung wünschen, kann die langfristige Gesundheit des periimplantären Gewebes durch richtige Hygieneschulung und regelmäßige professionelle Nachsorge erhalten bleiben. Daher ist All on 6 nicht nur ein chirurgischer Eingriff, sondern ein langfristiger Managementplan für die Mundgesundheit.

Wie lange dauert die All on 6 Implantatbehandlung?

Die Dauer der All on 6 Behandlung kann nicht durch eine einzelne Zahl eindeutig festgelegt werden, da die entscheidenden Faktoren messbar von Patient zu Patient variieren. Die Hauptaspekte, die die Behandlungszeit beeinflussen, sind: Notwendigkeit von Zahnextraktionen, Qualität und Volumen des Knochens, zusätzliche chirurgische Maßnahmen (z.B. Knochenaufbau oder Sinuslifting), primäre Stabilität der Implantate sowie das geplante Protokoll für temporäre bzw. provisorische Prothesen. Daher kann die Frage „Wie viele Tage dauert es?“ am besten nach der Untersuchung und CBCT-Auswertung beantwortet werden.

Die Behandlung beginnt in der Regel mit der Planung. Untersuchung, bildgebende Diagnostik, Abformungen, Registrierung der Kieferrelation und Behandlungsplanung werden durchgeführt. Bei einer vollständigen Kieferrehabilitation sind Probewege wichtig, denn ohne Kontrolle der Bisshöhe und der phonematischen Anpassung sollte die endgültige Prothese nicht eingesetzt werden. In der chirurgischen Phase werden die Implantate eingesetzt. Wenn zum Zeitpunkt der Implantation eine ausreichende primäre Stabilität vorliegt, kann in manchen Fällen noch am selben Tag oder innerhalb kurzer Zeit eine provisorische festsitzende Prothese geplant werden. Dies bietet dem Patienten eine schnelle soziale und ästhetische Entlastung. Sollte die primäre Stabilität nicht ausreichen, müssen die Implantate vor früher Belastung geschützt werden; der provisorische Versorgungsplan wird kontrollierter durchgeführt oder es wird vorübergehend eine andere Lösung gewählt.

Die biologische Heilungsphase, also die Osseointegration, ist das Rückgrat des Zeitplans. Die Knochendichte beeinflusst die Heilungsgeschwindigkeit; da im Oberkiefer der Knochen poröser ist, kann bei manchen Patienten eine längere Heilungszeit eingeplant werden. Im Unterkiefer ist der Knochen oft dichter und die Dauer somit besser vorhersehbar. Falls Knochenaufbau oder sinusbezogene Zusatzmaßnahmen durchgeführt wurden, verlängert sich auch deren Reifungszeit und damit der Gesamtzeitplan. In der Endprothetik erfolgen anschließend Abdrucknahme, Probearbeiten, Zahnanordnung, phonematische Kontrollen und Okklusionsanpassungstermine.

Folgendes sollte praktisch berücksichtigt werden: Bei der vollständigen Kieferversorgung ist die Behandlungszeit nicht nur davon abhängig, dass die Implantate halten, sondern auch davon, dass ein Biss und eine ästhetische Komposition entstehen, die der Patient komfortabel nutzen kann. Aus diesem Grund ist nicht die Biologie das begrenzende Element, sondern die Organisation: die termingerechte Ablaufplanung, das Einhalten der Kontrolltermine und die frühzeitige Vermittlung der Hygienemaßnahmen beim Patienten unterstützen einen reibungslosen Verlauf.

Preise der All on 6 Implantatbehandlung

Die Preise der All on 6 Implantatbehandlung variieren stark, abhängig von der Zahl der zu behandelnden Kiefer (Oberkiefer, Unterkiefer oder beide), den eingesetzten Implantaten und Verbindungssystemen, den Materialien für provisorische und endgültige Prothesen, den bildgebenden Verfahren (z.B. CBCT) und Laborprozessen, den notwendigen Extraktionen, Weichgewebsmanagement und gegebenenfalls Knochenaufbau- oder Sinusoperationen. „All on 6“ ist alleine kein festes Preisschild; die chirurgischen und prothetischen Bedürfnisse können selbst bei zwei Patienten mit dem gleichen Konzept erheblich unterschiedlich sein.

Beispielsweise ist bei manchen Patienten das Knochenvolumen ausreichend, und nach sicherer Implantatinsertion verläuft der prothetische Prozess standardisiert. Manche

Bei Patienten sind aufgrund von Knochenschwund, Nähe zur Kieferhöhle, Weichgewebeproblemen oder Okklusionsstörungen zusätzliche Eingriffe erforderlich. Zusätzliche Maßnahmen verändern sowohl den klinischen Plan als auch den Laborprozess sowie das verwendete Material und den Zeitplan. Außerdem beeinflussen Entscheidungen wie das Design der festen Prothese (Plan für verschraubte feste Restauration), die Auswahl der Unterkonstruktion und das Material der Aufbaustruktur die Kosten. Kurz gesagt, ein korrekter Preis kann nur ehrlich genannt werden, wenn der „Plan, der auf Ihre Mundverhältnisse abgestimmt ist“ klar definiert ist.

Daher ist es nicht sinnvoll, vor einer Untersuchung einen festen Preis zu nennen. Der beste Ansatz ist, nach einer klinischen Untersuchung, notwendigen Bildgebungen und Messungen den passenden Behandlungsplan für Sie zu erstellen und die Kosten dieses Plans transparent mit Ihnen zu teilen. Für aktuelle und individuelle Informationen zu den Preisen der All-on-6-Implantatbehandlung sollten Sie Kontakt mit uns aufnehmen; nach der Untersuchung erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, welche Maßnahmen erforderlich sind, und erstellen auf dieser Grundlage einen klaren Kostenplan.

Prof. Dr. Nejat Bora Sayan
Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Professor Nejat Bora Sayan ist ein international renommierter Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg mit über 40 Jahren Erfahrung. In seiner Privatklinik in Ankara bietet er fortschrittliche Behandlungen im Bereich des Kiefers und des Gesichts an.

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