{"id":30114,"date":"2024-12-04T12:00:00","date_gmt":"2024-12-04T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dns.ogunozturk.com.tr\/kann-eine-zahninfektion-eine-nasennebenhoehleninfektion-verursachen\/"},"modified":"2026-08-23T07:01:22","modified_gmt":"2026-08-23T04:01:22","slug":"kann-eine-zahninfektion-eine-nasennebenhoehleninfektion-verursachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deansdental.com\/de\/kann-eine-zahninfektion-eine-nasennebenhoehleninfektion-verursachen\/","title":{"rendered":"Kann eine Zahninfektion eine Nasennebenh\u00f6hleninfektion verursachen?"},"content":{"rendered":"<p><html> <body> <\/p>\n<p>Eine Zahninfektion kann tats\u00e4chlich eine Nasennebenh\u00f6hleninfektion (Sinusitis) ausl\u00f6sen. Besonders betroffen sind die Kieferh\u00f6hlen (Sinus maxillaris), die in direkter Nachbarschaft zu den oberen Backenz\u00e4hnen liegen. Wenn sich eine Entz\u00fcndung im Zahn \u2013 meist durch Karies oder eine tiefe Parodontitis \u2013 bis zur Wurzelspitze und von dort in den angrenzenden Knochen ausbreitet, k\u00f6nnen die Bakterien relativ unkompliziert in die Kieferh\u00f6hle vordringen. Die Folge ist eine sogenannte odontogene Sinusitis. Fachstudien zeigen, dass bei etwa 10\u201314 % aller chronischen Kieferh\u00f6hlenentz\u00fcndungen die Ursache tats\u00e4chlich in einem erkrankten Zahn liegt. Die Symptome \u00e4hneln oft einer klassischen Nasennebenh\u00f6hlenentz\u00fcndung, werden aber durch Zahnentz\u00fcndungen ausgel\u00f6st. Ohne gezielte Behandlung bleibt der Infektionsherd bestehen, was die Entz\u00fcndung aufrechterhalten oder sogar verst\u00e4rken kann. Zielgerichtete Therapie und eine sorgf\u00e4ltige Diagnose sind entscheidend, damit Beschwerden dauerhaft abklingen und Komplikationen vermieden werden.<\/p>\n<h2>Was ist eine Zahninfektion?<\/h2>\n<p>Eine Zahninfektion entsteht, wenn Bakterien in das Zahninnere oder umliegendes Gewebe eindringen und dort eine Entz\u00fcndung hervorrufen. Am h\u00e4ufigsten sprechen wir in der Praxis von einer sogenannten apikalen Parodontitis oder einer Zahnwurzelentz\u00fcndung (Pulpitis bis zur Infektion der Wurzelspitze). Ursachen sind meistens gro\u00dffl\u00e4chige Karies, undichte F\u00fcllungen, ein Zahntrauma oder fortgeschrittene Parodontitis. Sind die Bakterien erst einmal im Wurzelkanal oder zwischen Zahn und Zahnfleisch, k\u00f6nnen sie sehr tiefe Gewebeschichten erreichen. Patienten bemerken meist anhaltende, teils pulsierende Zahnschmerzen, Druckempfindlichkeit, eine Schwellung oder Fistelbildung. In ausgepr\u00e4gten F\u00e4llen l\u00e4sst sich sogar Eiter austreten. R\u00f6ntgenaufnahmen zeigen dann oft eine Aufhellung um die Wurzelspitze \u2013 das Zeichen einer chronischen Knochenentz\u00fcndung. Wichtig zu wissen: Wird eine solche Infektion ignoriert, k\u00f6nnen sich die Bakterien im ganzen K\u00f6rper ausbreiten \u2013 mit Risiken f\u00fcr Herz, Gelenke und eben auch die Nasennebenh\u00f6hlen.<\/p>\n<h2>Was sind Nasennebenh\u00f6hleninfektionen?<\/h2>\n<p>Eine Nasennebenh\u00f6hleninfektion, medizinisch Sinusitis genannt, betrifft meist eine oder mehrere der vier gro\u00dfen Nasennebenh\u00f6hlen: Stirnh\u00f6hle, Kieferh\u00f6hle, Siebbeinzellen oder Keilbeinh\u00f6hle. Am h\u00e4ufigsten entz\u00fcndet sich die Kieferh\u00f6hle, da sie in direkter Verbindung zur Nasenh\u00f6hle steht und in unmittelbarer N\u00e4he zu den Oberkieferz\u00e4hnen liegt. Typische Symptome sind eine verstopfte Nase, eine reduzierte Nasenatmung, Druckgef\u00fchl oder Schmerzen im Wangenbereich und dunkle, manchmal eitrige Nasensekrete. Bei einer akuten Sinusitis halten diese Beschwerden oft sieben bis zehn Tage an, chronische Verl\u00e4ufe k\u00f6nnen jedoch \u00fcber Monate persistieren. Neben viralen Ausl\u00f6sern (z. B. nach einer Erk\u00e4ltung) k\u00f6nnen auch Bakterien, Pilze oder \u2013 seltener \u2013 systemische Grunderkrankungen eine Rolle spielen. Kommt es zu einer sogenannten odontogenen Sinusitis, ist fast immer ein Zahndefekt oder eine Infektion im Oberkiefer der Ausl\u00f6ser.<\/p>\n<h2>Wie h\u00e4ngen Zahninfektionen und Nasennebenh\u00f6hleninfektionen zusammen?<\/h2>\n<p>Die Wurzeln der oberen Backenz\u00e4hne \u2013 konkret: 1. und 2. Molaren \u2013 liegen bei vielen Menschen nur durch eine d\u00fcnne Knochenschicht von der Kieferh\u00f6hle getrennt, bei manchen ragen sie sogar ein kleines St\u00fcck in die H\u00f6hle hinein. Kommt es hier zu einer tiefen Entz\u00fcndung an einem Zahn, k\u00f6nnen Bakterien und Entz\u00fcndungsstoffe die sog. Schneider\u2019sche Membran, die die Kieferh\u00f6hle auskleidet, leichter erreichen und reizen. Das entz\u00fcndete Zahnmaterial \u201edurchbricht\u201c gewisserma\u00dfen die nat\u00fcrliche Barriere. Manchmal gibt es sogar kleine Fistelg\u00e4nge zwischen Zahnwurzel und Kieferh\u00f6hle, durch die Bakterien direkt eindringen. Dadurch entwickelt sich eine sogenannte odontogene Sinusitis \u2013 eine Nebenh\u00f6hlenentz\u00fcndung mit dentaler Ursache. Das Perfide: Viele Patienten suchen jahrelang den HNO-Arzt auf, die wahre Ursache sitzt jedoch im Zahn. In meiner Erfahrung stellt die Zahnsanierung den Wendepunkt dar \u2013 ab diesem Zeitpunkt klingen die chronischen Beschwerden h\u00e4ufig endlich ab.<\/p>\n<h2>Symptome einer durch Zahninfektion verursachten Sinusitis<\/h2>\n<p>Die Beschwerden sind vielf\u00e4ltig \u2013 viele \u00fcberschneiden sich mit der klassischen Sinusitis, doch es gibt bemerkenswerte Hinweise, die auf eine dentale Ursache deuten. Typisch ist einseitige Druckempfindlichkeit oder Schmerz im Bereich der Wange, h\u00e4ufig verbunden mit einer Verstopfung der betroffenen Nasenseite. Oft berichten Patienten von einem zahn\u00e4hnlichen Schmerz am Hinterrand der oberen Backenz\u00e4hne, der bei Vorbeugung des Kopfes oder beim Kauen zunimmt. Es kann zu einer verst\u00e4rkten Schmerzempfindlichkeit im Oberkiefer, Schwellungen, einer einseitig laufenden Nase mit gelblich-gr\u00fcnlichem Ausfluss oder schlechtem Mundgeruch kommen. Wer morgens mit einem pelzigen Geschmack oder metallischen Nachgeschmack im Mund aufwacht, hat h\u00e4ufig auch einen \u201eZahn als S\u00fcnde\u201c. Fieber tritt meist nur in schweren F\u00e4llen auf. L\u00e4nger anhaltende Beschwerden (l\u00e4nger als 10\u201314 Tage) oder wiederholte Episoden mit \u00e4hnlicher Symptomatik geben einen deutlichen Hinweis auf eine Infektion, die ihren Ursprung au\u00dferhalb der Nasenh\u00f6hle hat.<\/p>\n<h2>Diagnose: Wie erkennt man eine Verbindung zwischen Zahn- und Nasennebenh\u00f6hleninfektion?<\/h2>\n<p>Eine gr\u00fcndliche Diagnostik ist der Schl\u00fcssel: Zun\u00e4chst f\u00fchren wir eine klinische Untersuchung durch und testen die Sensibilit\u00e4t der betroffenen Z\u00e4hne, pr\u00fcfen auf Schwellungen und Druckschmerzpunkte. R\u00f6ntgenaufnahmen, am besten ein digitales OPG (Orthopantomogramm) oder ein DVT (Digitale Volumentomographie), liefern entscheidende Informationen. Gerade das DVT zeigt in 3D, wo sich Entz\u00fcndungsherde im Verh\u00e4ltnis zu den Kieferh\u00f6hlen befinden. H\u00e4ufig fallen hier Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten im Bereich der Wurzelspitzen oder eine Verdickung der Kieferh\u00f6hlenschleimhaut auf. In einigen F\u00e4llen ist eine Zusammenarbeit mit dem HNO-Arzt sinnvoll, der endoskopisch Ver\u00e4nderungen der Schleimhaut erkennen oder Proben entnehmen kann. Ein wichtiger Tipp aus der Praxis: Liegt eine Sinusitis auf nur einer Seite in Kombination mit Zahnschmerzen oder auff\u00e4lligem Zahnstatus vor, sollte immer gezielt nach einer dentalen Ursache gesucht werden. Nur so gelangen Patienten schnell zur richtigen Therapie.<\/p>\n<h2>Behandlungsm\u00f6glichkeiten bei einer Sinusitis durch Zahninfektion<\/h2>\n<p>Die effektivste Behandlung beginnt an der Wurzel \u2013 und damit am Zahn, nicht am Symptom. Ist eine Zahnwurzel entz\u00fcndet, steht entweder eine endodontische Behandlung (Wurzelkanalaufbereitung mit vollst\u00e4ndiger Reinigung und Desinfektion) an oder \u2013 falls der Zahn nicht mehr erhaltungsw\u00fcrdig ist \u2013 die Extraktion. Je nach Schweregrad folgt im Anschluss eine antibiotische Therapie, insbesondere wenn bereits eine eitrige Sinusitis vorliegt. In manchen F\u00e4llen reinigen wir zus\u00e4tzlich die Kieferh\u00f6hle chirurgisch, um eitrige Sekrete zu entfernen und die Schleimhautheilung zu f\u00f6rdern. Die Behandlung dauert bei unkomplizierten F\u00e4llen meist eine Woche, bei chronischen oder schwereren Verl\u00e4ufen kann die vollst\u00e4ndige Heilung mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Ist die Infektion beseitigt, bessern sich die Nebenh\u00f6hlenbeschwerden in der Regel deutlich. Unterst\u00fctzend helfen abschwellende Nasensprays (maximal 7 Tage!), regelm\u00e4\u00dfige Nasenduschen und eine optimale Mundhygiene. Bleibt der zahnmedizinische Ursprung unbehandelt, kehren die Beschwerden jedoch meist immer wieder zur\u00fcck. Daher lohnt eine fr\u00fchzeitige Zusammenarbeit von Zahnarzt und HNO-Arzt.<\/p>\n<h2>Vorbeugung: Wie kann man Zahn- und Nasennebenh\u00f6hleninfektionen vermeiden?<\/h2>\n<p>Eine l\u00fcckenlose Zahnhygiene ist der beste Schutz: Zweimal t\u00e4glich Z\u00e4hneputzen, die Verwendung von Interdentalb\u00fcrsten oder Zahnseide und der regelm\u00e4\u00dfige Austausch der Zahnb\u00fcrste sorgen daf\u00fcr, dass Bakterien gar nicht erst in tiefere Strukturen gelangen. Professionelle Zahnreinigungen sind, je nach individuellem Risiko, alle 6 bis 12 Monate sinnvoll. Achten Sie auf Warnzeichen wie Zahnfleischbluten, Mundgeruch oder wiederkehrende Schmerzen \u2013 berichten Sie diese Ihrem Zahnarzt so fr\u00fch wie m\u00f6glich. F\u00fcr Patienten mit vielen F\u00fcllungen oder wurzelbehandelten Z\u00e4hnen empfiehlt es sich, diese regelm\u00e4\u00dfig auf Dichtigkeit pr\u00fcfen zu lassen (z. B. mit modernen Diagnosetools wie dem Kariesdetektor oder dem Bite-Wing-R\u00f6ntgen). Bei schlechter Nasenatmung oder h\u00e4ufiger Sinusitis lohnt sich der gemeinsame Check mit dem HNO-Arzt. Ein starker Partner f\u00fcr Ihre Gesundheit: Nur wenn beide Spezialisten Hand in Hand arbeiten, bleiben Infektionen dauerhaft au\u00dfen vor.<\/p>\n<h2>Wann sollte man einen Zahnarzt oder HNO-Arzt aufsuchen?<\/h2>\n<p>Kommen zu einer laufenden Nase einseitige Zahnschmerzen, Schwellungen im Oberkiefer, Eiterungen, Mundgeruch oder ver\u00e4nderte Geschmackswahrnehmung hinzu, ist der Gang zum Zahnarzt die beste Investition in Ihre Gesundheit. Halten die Beschwerden l\u00e4nger als 10 Tage an oder treten immer wieder auf, sollten Sie sich ebenfalls untersuchen lassen. Fieber, Abgeschlagenheit, ger\u00f6tete Wange oder Schwellung, die sich auf das Auge ausbreitet, sind ein Notfall \u2013 bitte suchen Sie sofort \u00e4rztliche Hilfe auf. Viele Betroffene bemerken die dentale Ursache erst nach Jahren wiederkehrender Sinusitis. Ein modernes DVT oder eine gute manuelle Untersuchung bringt meist schnell Klarheit. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgef\u00fchl: Lieber einmal zu fr\u00fch als zu sp\u00e4t einen Spezialisten konsultieren, denn hier geht es um mehr als nur Zahnschmerzen \u2013 Ihre gesamte Gesundheit h\u00e4ngt daran.<\/p>\n<h2>H\u00e4ufig gestellte Fragen (FAQ)<\/h2>\n<h3>Kann eine unbehandelte Zahnwurzelentz\u00fcndung zu einer Nasennebenh\u00f6hlenentz\u00fcndung f\u00fchren?<\/h3>\n<p>Ja, und das kommt gar nicht so selten vor. Eine Zahnwurzelentz\u00fcndung (apikale Parodontitis) erm\u00f6glicht es den Bakterien, sich durch die d\u00fcnne Knochenwand bis in die Kieferh\u00f6hle auszubreiten. Dort entz\u00fcndet sich die Schleimhaut \u2013 es entsteht eine odontogene Sinusitis. Bleibt eine Zahnwurzelentz\u00fcndung unbehandelt, steigt das Risiko, dass sich die Infektion nicht nur ausbreitet, sondern auch chronisch wird. Klinische Studien belegen, dass in rund 10\u201320 % der F\u00e4lle von einseitigen, chronischen Kieferh\u00f6hlenentz\u00fcndungen ein erkrankter Zahn die Ursache ist. Darum ist eine rasche Therapie entscheidend, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.<\/p>\n<h3>Wie erkenne ich, ob meine Nasennebenh\u00f6hlenprobleme von den Z\u00e4hnen kommen?<\/h3>\n<p>Mehrere Hinweise deuten auf eine dentale Ursache: Schmerzen und Druckgef\u00fchl meist nur auf einer Seite im Wangenbereich, h\u00e4ufig begleitet von Zahnschmerzen oder verst\u00e4rktem Klopfschmerz \u00fcber den betroffenen Z\u00e4hnen. Manchmal geben spezielle Bewegungen (z. B. B\u00fccken) oder Kauen zus\u00e4tzliche Schmerzen. Unangenehmer Mundgeruch sowie Eitergeschmack deuten auf eine bakterielle Quelle im Mundraum. Im Zahnarztstuhl erkennen wir dann h\u00e4ufig einen toten oder stark gef\u00fcllten Backenzahn. Falls Sie diese Zeichen beobachten, sprechen Sie Ihren Zahnarzt gezielt darauf an \u2013 so vermeiden Sie lange Irrwege und erhalten schneller die passende Behandlung.<\/p>\n<h3>Welche Z\u00e4hne verursachen am h\u00e4ufigsten Nasennebenh\u00f6hleninfektionen?<\/h3>\n<p>Statistisch gesehen sind es die oberen ersten und zweiten Molaren (also die gro\u00dfen Backenz\u00e4hne im Oberkiefer), da deren Wurzeln oft nur 1 bis 2 mm von der Kieferh\u00f6hlenschleimhaut entfernt liegen \u2013 in einzelnen F\u00e4llen ragen sie sogar in das H\u00f6hlenvolumen hinein. Auch die oberen Pr\u00e4molaren \u2013 also die kleineren Backenz\u00e4hne davor \u2013 sind gelegentlich verantwortlich. Durch diese anatomische N\u00e4he ist es relativ einfach f\u00fcr Bakterien, vom Zahn in die Nebenh\u00f6hle zu gelangen. Die unteren Z\u00e4hne oder die Frontz\u00e4hne f\u00fchren nur sehr selten zu einer Sinusitis.<\/p>\n<h3>Wie wird eine Sinusitis durch Zahnprobleme behandelt?<\/h3>\n<p>Im ersten Schritt steht immer die Sanierung des verursachenden Zahns im Mittelpunkt \u2013 das hei\u00dft: Wurzelkanalbehandlung bei erhaltungsw\u00fcrdigen Z\u00e4hnen oder, falls der Zahn nicht mehr gerettet werden kann, die Entfernung samt Reinigung des Wundbereichs. Parallel dazu verschreiben wir bei ausgepr\u00e4gter Entz\u00fcndung oft ein passendes Antibiotikum, das gezielt gegen die gefundenen Erreger wirkt. In besonders schweren F\u00e4llen, insbesondere bei Abszessbildung oder ausgedehnter Sinusitis, kann ein gemeinsames Vorgehen mit dem HNO-Arzt erforderlich werden. Eine konsequente Zusammenarbeit von Zahnarzt und HNO stellt sicher, dass sowohl der Infektionsherd als auch die Nebenh\u00f6hle vollst\u00e4ndig ausheilen.<\/p>\n<h3>Sind Antibiotika bei Zahninfektionen und Sinusitis immer notwendig?<\/h3>\n<p>Antibiotika spielen eine wichtige Rolle, sind aber nicht bei jedem Patienten zwingend erforderlich. Bei einer unkomplizierten Zahnwurzelentz\u00fcndung reicht in der Regel die lokale Behandlung, also Wurzelbehandlung oder Extraktion. Erst wenn sich die Infektion ausbreitet, Fieber auftritt, eine starke Schwellung besteht oder die Nebenh\u00f6hle bereits stark vereitert ist, kommt ein Antibiotikum zum Einsatz. Dosierung und Pr\u00e4parat richten wir nach den typischen Keimspektren der Mundh\u00f6hle aus \u2013 meist werden Amoxicillin oder Clindamycin verschrieben. Patienten sollten das Medikament exakt nach Vorschrift einnehmen, um Resistenzen zu vermeiden.<\/p>\n<h3>Welche Hausmittel helfen bei Nasennebenh\u00f6hleninfektionen durch Zahnprobleme?<\/h3>\n<p>Hausmittel lindern Beschwerden, ersetzen aber keinesfalls die Therapie der Infektionsursache. Salzwasser-Nasensp\u00fclungen unterst\u00fctzen das Abschwellen der Nasenschleimh\u00e4ute. Inhalationen mit Kamille oder \u00e4therischen \u00d6len beruhigen zus\u00e4tzlich. Feuchtwarme Umschl\u00e4ge auf die Wange k\u00f6nnen Druck und Schmerz mindern. Viel trinken, Nasensprays (nicht l\u00e4nger als 7 Tage) und ruhige Erholung f\u00f6rdern die Selbstheilung. Was aber wirklich z\u00e4hlt: Der erkrankte Zahn muss professionell behandelt werden \u2013 Hausmittel allein beseitigen die Bakterienherde nicht!<\/p>\n<h3>Wie lange dauert es, bis eine Sinusitis nach einer Zahnbehandlung abklingt?<\/h3>\n<p>Das h\u00e4ngt vom Schweregrad der Entz\u00fcndung und dem Allgemeinzustand ab. Nach erfolgreicher zahn\u00e4rztlicher Behandlung berichten die meisten Patienten innerhalb von 2\u20137 Tagen \u00fcber eine deutliche Besserung der Symptome. In chronischen F\u00e4llen oder nach ausgepr\u00e4gten Infektionen kann die Heilung l\u00e4nger dauern \u2013 teils bis zu vier Wochen. Begleitende Ma\u00dfnahmen wie Nasensp\u00fclungen, abschwellende Sprays (kurzfristig!) und Schonung helfen, den Heilungsprozess zu unterst\u00fctzen. Falls die Beschwerden nach drei Wochen nicht erheblich zur\u00fcckgegangen sind, sollte nochmals eine Kontrolle erfolgen.<\/p>\n<h3>Kann eine Nasennebenh\u00f6hlenentz\u00fcndung auch Zahnschmerzen verursachen?<\/h3>\n<p>Durchaus \u2013 hier gibt es eine Wechselwirkung. Bei einer akuten oder chronischen Sinusitis dr\u00fccken die entz\u00fcndeten Schleimh\u00e4ute der Kieferh\u00f6hle auf die Wurzelspitzen der oberen Backenz\u00e4hne. Das f\u00fchlt sich wie ein klassischer Zahnschmerz an, auch wenn der Zahn oft v\u00f6llig gesund ist. Typisch ist ein diffuser, dr\u00fcckender Schmerz, der beim B\u00fccken oder H\u00fcpfen schlimmer wird. L\u00e4sst die Sinusitis nach, verschwinden die Zahnschmerzen meist wieder. Zur Sicherheit \u00fcberpr\u00fcfen wir solche Z\u00e4hne auf Vitalit\u00e4t \u2013 denn manchmal stecken doch beide Ursachen zusammen dahinter.<\/p>\n<h3>Wie h\u00e4ufig kommt es vor, dass Zahnprobleme die Nebenh\u00f6hlen betreffen?<\/h3>\n<p>Sch\u00e4tzungen zufolge finden sich in 10\u201314 % aller chronischen Kieferh\u00f6hlenentz\u00fcndungen dentale Ursachen. Der Anteil steigt bei langen, wiederkehrenden Beschwerden ohne erkennbare HNO-Grunderkrankung sogar auf 40 %. Wer h\u00e4ufig Plomben oder Wurzelbehandlungen an Oberkiefer-Backenz\u00e4hnen hat, sollte bei einseitiger Sinusitis immer auch eine m\u00f6gliche Zahnursache in Betracht ziehen. In unserer Praxis sehen wir jede Woche mehrere Patienten, bei denen sich ein hartn\u00e4ckiges Nebenh\u00f6hlenproblem erst nach Zahnsanierung aufl\u00f6st. Die Zahlen zeigen: Zahnprobleme sind als Ursache einer Sinusitis deutlich verbreiteter, als viele erwarten.<\/p>\n<h3>Was passiert, wenn eine Zahninfektion nicht behandelt wird?<\/h3>\n<p>Wird eine Zahninfektion ignoriert, breiten sich die Bakterien weiter in den Kieferknochen aus und k\u00f6nnen tiefere Gewebe, die Kieferh\u00f6hle oder sogar den gesamten Organismus erreichen. Die Folgen reichen von starken Schmerzen \u00fcber Schwellungen und Fisteln bis zu empfindlichen Abszessen, die ein station\u00e4res Krankenhausaufenthalt erforderlich machen. In schweren F\u00e4llen k\u00f6nnen sich Keime \u00fcber den Blutweg ausbreiten und lebenswichtige Organe wie Herz, Gehirn oder Gelenke sch\u00e4digen. Das Risiko f\u00fcr eine Sinusitis steigt dabei erheblich an. Zu langes Abwarten verschlechtert die Prognose und f\u00fchrt oft dazu, dass betroffene Z\u00e4hne nicht mehr erhalten werden k\u00f6nnen. Wer den Schritt zur Zahnarztpraxis fr\u00fchzeitig geht, hat die besten Chancen auf eine schnelle, unkomplizierte Genesung.<\/p>\n<p> <\/body><\/html><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Zahninfektion kann tats\u00e4chlich eine Nasennebenh\u00f6hleninfektion (Sinusitis) ausl\u00f6sen. 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